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Gatka - Yoga Kampfkunst der indischen Sikhs

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Die Vorteile von Gatka sind: Wer Gatka praktiziert, der erwirbt sich einen beweglichen und ausdauernden Körper und einen konzentrierten Geist, der unvoreingenommen und ohne Angst oder Haß den Problemen des Lebens begegnet.

Auch die spirituelle Entwicklung kann mit Gatka gefördert werden.

 

 

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Was ist Gatka

Herkunft von Gatka: Die ursprüngliche indische Kampfkunst ist Shastar Vidyaa (Shastar = Waffe, Vidyaa = Wissenschaft). Der Ausdruck Gatka bezeichnet die Kampfkunst der Sikhs aus dem Norden von Indien.

Warum die Kampfkunst Gatka: Die Sikhs waren Bauern, denen kein stehendes Heer zu ihrem Schutz zur Verfügung stand. Andererseits waren sie von Feinden umgeben. Sie mußten jederzeit in der Lage sein, sich mit Alltagsgegenständen zu verteidigen. Die Sikhs waren ursprünglich auch Pazifisten. Erst ihre gewalttätige Umwelt ließ sie zur Waffe greifen. Wie eine Art Robin Hood wollte so mancher der Sikhs in seiner Umgebung für Gerechtigkeit sorgen. Als Begründer von Gatka gelten die Nahang-Singhs.

Die Gatka Geschichte

*  Die für ihre Kampfkunst bekannten und gefürchteten Sikhs verbanden Gatka mit ihren spirituellen Praktiken. Nicht ohne Grund gilt Gatka auch als die Kunst der Selbstverteidigung des Kundalini Yoga.

* Die Grundlage für Gatka war die indische Kampfkunst Shastar Vidyaa (Shastar = Waffe, Vidyaa = Wissenschaft). Shasta Vidyaa entwickelte sich aus denselben jahrtausendealten altindischen Traditionen wie Yoga, Ayurveda und Kalaripayatt, eine südindische Kampfkunst, die mit Gatka verwandt ist.

*  Trainiert werden beim Gatka auch Atmung, Meditation, Rhythmus und Gleichgewicht. Linkshändler werden auch Rechtshändler und umgekehrt.

Die Gatka Techniken

Zusammengesetzt ist Gatka aus wenigen einfachen, kreisenden Grundbewegungen, die frei und fließend ausgeführt und beliebig miteinander kombiniert werden können, so dass man Gatka regelrecht tanzen kann. Ziel ist, diese Grundbewegungen zu natürlichen Bewegungen des Körpers zu machen und zu Reflexen..

Aufgrund der wenigen Bewegungen kann Gatka schnell erlernt werden.

*  Begonnen wird beim Gatka mit den Pentra Übungen. Die Pentra Übungen trainieren Balance und Koordination und lehren den Körper, zusammen mit der Erde zu kämpfen und nicht gegen sie. Im Wechselspiel von Erde, Füßen und Händen werden die Haupt-Meridiane von Körper und Geist ausbalanciert. Linke und rechte Gehirnhälfte werden ausgeglichen. Der Geist wird dabei "neutral" und der Übende kann beide Hände gleichermaßen geschickt und gleichzeitig gebrauchen. Die Pentra Übungen sind die Basis von Gatka und werden jeden Tag geübt.

*  Es folgt das kraftvollere Stock Pentra, bei dem die Techniken des Pentra mit dem Stock (Soti) ausgeführt werden. Geübt wird mit der rechten und der linken Hand.

*  Beim Maroara wird beidhändig schnell und kraftvoll der Stock geschwungen, in der Regel während des Gehens. Dabei wird geübt, die eigene untere Körperhälfte zu schützen und Kopf und Hals des Gegners anzugreifen.

*  Die obere Körperhälfte wird mit dem Front Flick geschützt. Diese Übung wird zwar im Stehen ausgeführt, erlaubt aber später, durch eine Menge von Feinden hindurchzugehen. Geübt wird mit der rechten und der linken Hand.

*  Die plötzliche Flucht erlaubt die Chungii Flucht (Chungii = Aufspringen wie ein Reh), mit der der Kämpfer sich vor einer Menge von Feinden zurückziehen kann. Der Kämpfer braucht dafür ein Gespür für den Raum, in dem er sich bewegt. Geübt wird mit der rechten und der linken Hand.

*  Der Gebrauch von zwei Waffen gleichzeitig ist eine Spezialität der Kampfkunst Gatka und wird beim Doppel Stock Pentra geübt. Mit zwei Waffen bildet der Kämpfer eine undurchdringliche Schutzhülle für seinen ganzen Körper. Diese zwei Waffen können Stöcke sein aber auch Dolche oder Schwerter. Die Bewegungen von Maroara, Front Flick und Chungii Flucht sind so beschaffen, dass auch sie dann mit zwei Waffen gleichzeitig geübt werden können.

Das Doppel Stock Marora bildet eine Schutzhülle für den Unterkörper. Das Doppel Stock Front Flick bildet eine Schutzhülle für den Oberkörper. Die Doppel Stock Chungii Flucht schützt einen unerwarteten hohen Sprung, damit ein Kämpfer seinen Gegnern entkommen kann.

*  Die Verbindung all dieser Techniken geschieht im Tanz mit dem Schwert. Das Ziel ist, auch auf dem Schlachtfeld, zu jeder Zeit jeden Punkt angreifen zu können und sich dabei selbst mit einer Schutzhülle zu umgeben. Das Üben des Tanzes des Schwertes wird vom Rhythmus der Trommel (Nagara) unterstützt. Das Strömen der Energie während dieses Tanzes gibt dem Übenden ein unbeschreibliches Körpergefühl.

*  Beim Gatka gibt es 33 Angriffspunkte (Vital-Punkte) des Körpers, 9 Punkte davon sind die Hauptangriffspunkte. Das Pentra der neun Angriffspunkte trainiert Angriff und Verteidigung genau dieser Angriffspunkte. Es gibt Variationen der Angriffspunkte für jede Waffe.

Die Gatka Waffen

*  Geübt wird Gatka mit einem 1 Meter langen Stock (Soti, Gatka Soti, Sothi). Der Lang-Stock ist gewöhnlich aus Bambus oder Rattan und hat einen Handschutz. Für den Kampf wird der Bamubus-Stock ersetzt durch einen Stock aus Eichenholz ohne Handschutz.

*  Die Hauptwaffe im Gatka ist der Säbel (Talwar, Talvaar, Tulwar, Tulwaur, Tarwar). Der Säbel ist gebogen, sehr groß und aus hochwertigem Stahl. Ein Gatka-Kämpfer achtet sehr auf seinen Säbel und eine Redewendung bezeichnet eine peinliche Situation als "so entehrend, als habe man ein stumpfes Schwert".

*  Der gebogene Dolch (Kirpan, Kirphan, Kirpaan) wird von jedem richtigen Sikh getragen und ist in den Händen eines Gatka-Kämpfers eine gefährliche Waffe.

*  Das lange doppelschneidige Schwert (Khanda, Khunda) ist nicht gebogen sondern gerade und hat eine doppelte Schneide. Das Schwert ist nicht einfach zu handhaben, ist aber mit seiner doppelten Schneide eine gefährliche Waffe in der Schlacht.

*  Der lange Holz-Stock (Lathi) sollte mindestens so lang sein wie sein Träger. Ein indisches Sprichwort sagt über den Langstock: "Je härter die Zeiten, umso länger die Lathis."

*  Der ebenso lange Holz-Stock (Marati, Marathi) mit zwei Bällen aus Stoff oder Holz an den Enden ist weniger eine Waffe sondern eher ein Gerät zum trainieren von Balance und Koordination. Es gibt auch Maratis mit Klingen oder brennenden Stoff an den Enden, zur psychologischen Kriegsführung und auch um Elefanten anzugreifen oder zu verwirren.

*  Eine weitere Langwaffe ist der Speer (Barsha, Barcha, Barchi), der auch genutzt wurde, um dem Gegner das Schild zu entreißen.

*  Das Schild wird entweder zusammen mit dem Stock benutzt, besteht dann aus Leder oder einem anderen weichen Material und wird Farhi genannt. Oder das Schild wird zusammen mit dem Schwert benutzt, besteht dann aus Metall und wird Dahl (Dhaal) genannt.

*  Der Bogen wird Kaman genannt und der Pfeil Teer (Tir).

*  Der Wurfring (Chakra, Chakar, Chakram, Chacra) besteht aus Metall, ist außen scharf und wird mit einer Drehung des ganzen Körpers geworfen. Getragen wird der Wurfring am Turban oder auf dem Rücken.

*  Die Streitaxt (Tabar, Tapar) kann sehr leicht sein oder so schwer, dass sie nur mit beiden Armen geschwungen werden kann.

*  Manche Streitkolben (Gurji, Gurj) haben eine Öffnung, durch die beim Schwingen ein pfeifender Ton entsteht.

*  Eine der wichtigsten Waffen war einmal der Rüstungen durchdringende Dolch (Katar, Kathar, Coutar, Katha, Koutha, Kutha, Kutar), bei dem zwei oder mehr Klingen zu einer Waffe verbunden wurden.

Gatka, auch: Shastar Vidyaa (Kampfkunst-Stufe), Kalarippayat (südindische Schwester-Kampfkunst)

www.sikh-religion.de - Internet-Seite über die Sikhs und ihre Religion

www.kundaliniyogaberlin.de - Internet Seite zum Kundalini Joga

International Gatka Federation: www.gatka.de - (englische) Homepage der internationalen Gatka Vereinigung

Gatka – Buch: Ein erster Einblick in die indische Kampfkunst. Wie wird geübt? Was gibt es für Waffen?: Gatka: As taught by Nanak Dev Singh Khalsa. Buch. – ansehen bei Amazon

Gatka – CD: Der Rhythmus der indischen Kampfkunst.: Rhythms of Gatka. CD. – ansehen bei Amazon

 

 

 

Autor: Heiko Zaenker

 

 

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